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Wenn die Börsenkurse
fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heisst Leerverkauf.
Keck verhökern diese Knaben,
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen - echt famos!
Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.
Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heisst: <Bewohner müssen raus!>
Triffts hingegen grosse Banken,
kommt die ganze Welt ins wanken,
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!
Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.
Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.
Für die Zechen dieser Frechen
hat der kleine Mann zu blechen
und - das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!
Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Unterhaltung pur,
stets in eine Richtung nur.
Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer gefallen lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird ein bisschen Krieg gemacht.
Kurt Tucholsky ...?
* 09.
Januar 1890 in Berlin;
21. Dezember 1935
in Göteborg
http://de.wikipedia.org/wiki/Tucholsky |
Die links zitierten <Gedanken>
soll
angeblich Kurt Tucholky anlässlich
der Wirtschaftskrise 1929 verfasst haben-
aber sie lesen sich, wie heute
geschrieben...
und werden wohl auch zur
nächsten Wirtschaftskrise
genau passen!
Leider ist das Gedicht nicht von Kurt Tucholsky, welcher sich
nicht mit Leerverkäufen und Derivaten abgeben konnte.
Die Spuren auf den Ursprung dieser Texte weisen nach Österreich
zu einem Herrn
"Pannonicus", hinter dem sich Herr Richard G. Kerschhofer
verbirgt.
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